Activity Tracker im Umgang mit Diabetes einsetzen?

Sogenannte Activity Tracker sind heute allgegenwärtig. Sie sind weit mehr als bloße technische Spielereien, sie sind Ausdruck eines gesundheits- und leistungsorientierten Lebensstils sowie eines bestimmten sozialen Status. Ein mögliches Einsatzgebiet von Activity Trackern ist jedoch in der Vergangenheit häufig etwas unterbelichtet geblieben: Der Umgang mit Diabetes. Solche Gadgets können hilfreich sein, um Diabetespatienten beim Abnehmen bzw. einem insgesamt aktiveren und gesünderen Lebensstil zu unterstützen.

Was sind Activity Tracker?

Activity Tracker sind elektronische Geräte zur Erfassung gesundheitsrelevanter Daten. Sie werden häufig auch als Fitness- oder Gesundheitsarmbänder bzw. Tracker bezeichnet. Der Name ist Programm: Es geht immer darum, seine Gesundheit und Fitness zu optimieren. Die entsprechenden Geräte sollen einen dabei unterstützen. Anders formuliert: Activity Tracker sollen die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs gesundheitsbezogener Bemühungen steigern. Wie aber funktioniert das? Zunächst einmal messen sie Daten. Je nach konkretem Gerät können dies Daten wie Laufstrecke, Anzahl der Schritte, Energieumsatz, Höhenmeter, Herzfrequenz oder Schlafqualität sein. Entsprechend lassen sich in den jeweiligen Parametern persönliche Ziele definieren und durch die regelmäßige Kontrolle mithilfe des Activity Trackers idealerweise auch erreichen. Die Ergebnisse bzw. Fortschritte können mit einer entsprechenden Software schließlich am heimischen Rechner graphisch dargestellt und begutachtet werden. Activity Tracker werden deshalb so gut wie rund um die Uhr getragen. Aufgrund ansprechender Designvariationen fallen sie aber auch nicht sonderlich auf und sind, wie bereits erwähnt, mittlerweile völlig alltäglich geworden. Manche Modelle fungieren sogar als Tracker und Armbanduhr in einem.

 

Wie Activity Tracker beim Umgang mit Diabetes helfen können

 

Wie aber können Activity Tracker im Kontext von Diabetes nutzbar gemacht werden? Dazu muss man wissen, was Diabetes ist. Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die im Volksmund häufig als Zuckerkrankheit bezeichnet wird. Dabei kann grundsätzlich zwischen zwei Typen von Diabetes differenziert werden. Der Diabetes Typ-1 ist eine Autoimmunerkrankung. Hierbei kommt es dazu, dass die Bauchspeicheldrüse die Insulinproduktion einstellt und Insulin in der Folge intravenös verabreicht werden muss. Insulin ist das Hormon, welches im Körper für den Zuckertransport aus dem Blut in die Muskelzellen verantwortlich ist.

 

Beim Typ-2-Diabetes liegt demgegenüber eine Insulinresistenz der Muskelzellen vor. Sie verlieren ihre Insulinsensibilität, sodass die Bauchspeicheldrüse immer mehr und mehr Insulin produzieren muss und es irgendwann sogar dazu kommen kann, dass sie ihren Dienst gänzlich einstellt. Während beim Typ-1-Diabetes vor allem genetische Faktoren ursächlich sind, fallen beim Typ-2 sogenannte Lebensstilfaktoren stärker ins Gewicht. Hier sind insbesondere schlechte Ernährung und Bewegungsmangel dafür verantwortlich, dass der Blutzuckerspiegel über Jahre hinweg schlichtweg zu hoch ist und die Muskelzellen infolge der jahrelangen Insulinüberproduktion irgendwann nicht länger aufnahmefähig sind.

 

Vor allem beim Typ-2-Diabetes lässt sich einiges durch Sport und eine gesunde Lebensweise bewegen. Wird der Diabetes frühzeitig erkannt, so kann es sein, dass durch eine Lebensstilumstellung gänzlich auf etwaige Medikation verzichtet werden kann und die Muskelzellen ihre Insulinsensibilität wiedererlangen. Hier ist der Sport also ein wesentlicher Bestandteil der Therapie. Beim Typ-1 wirkt der Sport genauso positiv wie auf alle anderen Menschen auch, aber er ist nicht von herausragender therapeutischer Bedeutung. Gegebenenfalls muss hier die Insulindosis nach unten korrigiert werden, um eine Unterzuckerung zu vermeiden.

 

Activity Tracker sind in beiden Fällen hilfreich, da sie die sportlichen Aktivitäten nicht nur in motivationaler Hinsicht aufrechtzuerhalten helfen, sondern etwa beim Typ-1-Diabetes einer Überanstrengung und damit Unterzuckerung vorbeugen können. Gleichwohl ist zu betonen, dass sie ein Blutzuckermessgerät natürlich nicht ersetzen können. Zudem können Activity Tracker das Gefühl befördern, mehr Kontrolle über die eigene Gesundheits- und Bewegungsgewohnheiten zu haben und damit das Leben mit Diabetes zumindest etwas erleichtern.